Braucht dein Unternehmen noch eine Website, wenn es Instagram hat?

Dein Unternehmen hat ein Instagram-Profil, du veröffentlichst regelmässig Beiträge und erste Anfragen kommen per Direktnachricht. Warum solltest du zusätzlich Zeit und Geld in eine eigene Website investieren?

Die Frage ist berechtigt. Gerade für kleine Unternehmen kann Instagram ein einfacher Einstieg sein, um Angebote zu zeigen und mit potenziellen Kundinnen und Kunden ins Gespräch zu kommen. Doch sobald Menschen mehr über dein Unternehmen erfahren, Leistungen vergleichen oder gezielt eine Anfrage stellen möchten, bietet eine eigene Website zusätzliche Möglichkeiten.

Entscheidend ist deshalb, welche Aufgaben dein Instagram-Profil bereits erfüllt und welche Informationen oder Funktionen deiner Kundschaft noch fehlen.

Was Instagram für dein Unternehmen leisten kann

Instagram eignet sich gut, um dein Unternehmen sichtbar und persönlich zu machen. Du kannst neue Produkte vorstellen, Einblicke in deinen Arbeitsalltag geben und zeigen, wer hinter deinem Angebot steht.

Ein Coiffeursalon kann aktuelle Arbeiten präsentieren, ein Café seine Atmosphäre vermitteln und ein Handwerksbetrieb abgeschlossene Projekte zeigen. Solche Inhalte machen deine Arbeit greifbar.

Auch der direkte Austausch ist hilfreich. Interessierte können Fragen stellen, auf Beiträge reagieren oder dein Angebot weiterempfehlen. Gerade in der Anfangsphase erfährst du dadurch, was deine Zielgruppe wissen möchte.

Wenn dein Angebot überschaubar ist und du erst testest, ob Interesse besteht, kann ein Instagram-Profil für den Start ausreichen. Mit zunehmenden Anfragen wächst allerdings häufig der Bedarf nach einem Ort, an dem alle wichtigen Informationen klar zusammenstehen.

Eine Website beantwortet Fragen, bevor sie gestellt werden

Stell dir vor, jemand entdeckt deinen Betrieb auf Instagram. Die Bilder gefallen, das Angebot wirkt interessant. Jetzt entstehen konkrete Fragen: Was kostet die Leistung? In welcher Region bist du tätig? Wie läuft eine Zusammenarbeit ab? Wie kann man einen Termin vereinbaren?

Diese Informationen lassen sich teilweise im Profil oder in Beiträgen unterbringen. Eine Website gibt ihnen jedoch einen festen Platz.

Auf einer Leistungsseite kannst du erklären, was dein Angebot umfasst, für wen es geeignet ist und welche Schritte als Nächstes folgen. Eine Kontaktseite bündelt Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Standort und Öffnungszeiten. Häufige Fragen beantwortest du einmal ausführlich, statt dieselbe Erklärung immer wieder per Nachricht zu versenden.

Das spart dir Arbeit und erleichtert Interessierten die Entscheidung.

Nicht alle suchen auf Instagram

Wer dein Unternehmen bereits kennt, findet vielleicht direkt zu deinem Profil. Andere suchen zunächst nach einer Lösung: einer Physiotherapiepraxis in Bern, einem Gartenbaubetrieb in Luzern oder einem Fotografen für einen Firmenanlass.

Mit einer eigenen Website kannst du passende Seiten für deine Leistungen und dein Einzugsgebiet erstellen. So gibst du Suchmaschinen Inhalte, die solche Fragen beantworten. Eine gute Platzierung ist damit zwar nicht garantiert, aber du schaffst eine Grundlage dafür, auch ausserhalb von Social Media gefunden zu werden.

Dabei helfen konkrete Informationen mehr als allgemeine Werbesätze. Beschreibe, welche Arbeiten du übernimmst, wo du tätig bist und was Kundinnen und Kunden erwarten können. Verwende Ortsnamen dort, wo sie für dein Angebot tatsächlich relevant sind.

Dein Unternehmen bleibt über mehrere Wege erreichbar

Wenn deine gesamte Online-Präsenz an einem einzigen Profil hängt, bist du stark von dessen Verfügbarkeit abhängig. Auch der Verlust des Kontozugangs kann zum Problem werden. Instagram weist beispielsweise darauf hin, dass die Wiederherstellung unter bestimmten Umständen eingeschränkt ist, wenn der Zugang zur hinterlegten E-Mail-Adresse fehlt. Instagram Help Centre

Eine eigene Website mit eigener Domain und geschäftlicher E-Mail-Adresse schafft zusätzliche Kontaktwege. Deine Kundschaft kann dich weiterhin über eine bekannte Adresse erreichen, auch wenn du gerade keine Beiträge veröffentlichst oder ein Problem mit deinem Social-Media-Konto hast.

Natürlich braucht auch eine Website Pflege. Sichere Zugänge, aktuelle Software und funktionierende Backups gehören dazu. Der Vorteil liegt darin, dass du deinen Auftritt und seine Inhalte bei einem geeigneten System unabhängig von einem einzelnen sozialen Netzwerk weiterentwickeln kannst.

Eine kleine Website kann bereits genügen

Du brauchst für den Anfang keine umfangreiche Website mit zahlreichen Unterseiten. Für viele kleine Unternehmen reicht ein klarer Auftritt, der das Angebot erklärt und den Kontakt einfach macht.

Die Startseite sollte schnell zeigen, was du anbietest, für wen dein Angebot gedacht ist und wo du tätig bist. Ergänze Informationen über dein Unternehmen, aussagekräftige Arbeitsbeispiele und eine gut sichtbare Kontaktmöglichkeit.

Bei einem einfachen Angebot kann eine einzige Seite ausreichen. Wenn du mehrere unterschiedliche Leistungen anbietest, sind separate Seiten häufig übersichtlicher. So müssen Besucherinnen und Besucher weniger suchen und können direkt die Informationen aufrufen, die sie interessieren.

Achte besonders auf die Darstellung auf dem Smartphone. Wer von Instagram auf deine Website kommt, sollte Texte gut lesen, Schaltflächen einfach bedienen und ohne Umwege Kontakt aufnehmen können.

Welche technische Grundlage brauchst du?

Für eine Unternehmenswebsite begegnen dir verschiedene Hosting-Begriffe. Sie beschreiben unterschiedliche Aufgaben und sind keine Liste von Produkten, die du alle gleichzeitig benötigst.

  • Schweizer Webhosting-Anbieter: Ein Anbieter mit Bezug zur Schweiz kann für dein Unternehmen interessant sein, etwa wegen der Supportsprache oder eines gewünschten Serverstandorts. Prüfe die tatsächlichen Leistungen und Hosting-Standorte. Ein Schweizer Firmensitz allein sagt noch nicht, wo deine Website und ihre Backups gespeichert werden.
  • Webhosting: Webhosting stellt den Speicherplatz und die technische Umgebung bereit, damit deine Website im Internet erreichbar ist. Für eine typische Firmenwebsite ist ein passendes Webhosting-Paket häufig ein guter Einstieg. Achte unter anderem auf SSL, Backups und die Unterstützung des Systems, mit dem du deine Website erstellen möchtest.
  • cPanel Hosting: cPanel Hosting ist Webhosting mit der Verwaltungsoberfläche cPanel. Darüber lassen sich je nach Paket beispielsweise Dateien, Datenbanken und E-Mail-Konten verwalten. Es kann praktisch sein, wenn du diese Einstellungen selbst bearbeiten möchtest. Für eine erfolgreiche Website ist cPanel jedoch keine Voraussetzung.
  • VPS: Ein Cloud VPS ist ein virtueller Server mit mehr Kontrolle über die Serverumgebung. Er kann bei individuellen Anwendungen oder besonderen technischen Anforderungen sinnvoll sein. Für eine einfache Unternehmenswebsite ist er meist nicht nötig. Bei einem unverwalteten Angebot musst du dich selbst um Administration, Updates und Sicherheit kümmern.
  • Email Hosting: Mit Email Hosting kannst du geschäftliche E-Mail-Adressen unter deiner eigenen Domain verwenden, etwa kontakt@deinefirma.ch. Prüfe, ob E-Mail-Postfächer im gewählten Hosting-Paket enthalten sind oder separat gebucht werden müssen.
  • Domain: Domains sind die Internetadressen, über die deine Website erreichbar ist. Wähle einen verständlichen Namen, der zu deinem Unternehmen passt und sich leicht weitergeben lässt. Die Registrierung einer Domain umfasst nicht automatisch Webhosting oder E-Mail-Postfächer.

Wähle die technische Lösung danach aus, was deine Website leisten soll und wie viel du selbst verwalten möchtest.

So arbeiten Instagram und Website zusammen

Am meisten bringt dir die Kombination, wenn beide Kanäle sinnvoll verbunden sind.

Zeigst du auf Instagram ein abgeschlossenes Projekt, kann die Website ausführlich erklären, welche Leistung dahintersteckt. Stellst du ein neues Angebot vor, führt der passende Link zu Details und einer Kontaktmöglichkeit. Beantwortest du eine häufige Frage in einem kurzen Beitrag, kannst du auf eine ausführlichere Erklärung verweisen.

Der nächste Schritt sollte dabei zum Beitrag passen. Wer sich für eine bestimmte Dienstleistung interessiert, sollte möglichst direkt zu dieser Leistung gelangen. Auf der Zielseite muss klar sein, wie es weitergeht: anrufen, einen Termin vereinbaren oder eine Offerte anfragen.

Du musst dafür auch nicht jeden Instagram-Beitrag auf der Website wiederholen. Nutze Social Media für aktuelle Einblicke und den Austausch. Halte auf deiner Website die Informationen bereit, die längerfristig wichtig bleiben.

Wann lohnt sich der nächste Schritt?

Eine eigene Website wird besonders dann sinnvoll, wenn du immer wieder dieselben Fragen beantwortest, mehrere Leistungen erklären möchtest oder Anfragen strukturierter erhalten willst. Auch wenn du ausserhalb deiner bestehenden Instagram-Community gefunden werden möchtest, lohnt sich der Aufbau.

Prüfe dafür deine letzten Kundenanfragen: Welche Informationen haben gefehlt? Was musstest du mehrfach erklären? Genau daraus können die ersten Inhalte deiner Website entstehen.

Beginne mit einem überschaubaren Auftritt, der diese Fragen beantwortet. Verknüpfe ihn mit deinem Instagram-Profil und halte die Angaben auf beiden Kanälen aktuell. So bekommen Menschen, die dein Unternehmen entdecken, einen einfachen Weg vom ersten Interesse bis zur konkreten Anfrage.